Schädel  018
Ausstellungen

Im Februar 2007 kam Amigo zu mir. Ich hatte ein Foto von ihm in einem Berliner Hundeforum eingestellt und wurde gleich von anderen gefragt, ob ich ihn nicht mal bei einer Hunde-Ausstellung präsentieren möchte. Eigentlich wollte ich nicht, aber die Ausstellung war in Gatow und da habe ich dann zugesagt.

Man sollte schauen zu welchen Ausstellungen man geht, das hängt vom Verein ab. Ich bevorzuge Vereine, die nicht dem VDH angehören, da sie auch Mischlingshunde akzeptieren und Rassehunde ohne Papiere. Hier steht der Hund im Vordergrund.

Es beginnt damit, dass man sich zu einer Ausstellung anmelden muss. In der Einladung steht immer der erste und zweite Meldeschluss. Das ist wichtig, damit man in den Katalog kommt. Bei vielen Vereinen kann man sich noch am Ausstellungstag nachmelden. Das ist mit einem Aufpreis verbunden und man hat keinen Anspruch auf Urkunde und Pokal am Ausstellungstag.

Das Anmeldeformular beinhaltet neben den Angaben über den Hundeführer und den Hund noch, dass man sich für eine Klasse melden muss. Jeder Hund wird nach Rasse und Klasse beurteilt. Die Klasse richtet sich nach dem Alter des Hunde und/oder nach den bereits erhaltenen Championaten.

Babyklasse

    3 bis 6 Monate

Jüngstenklasse

    6 bis 9 Monate

Jugendklasse

    9 bis 12 Monate

Junghundklasse

    12 bis 15 Monate

offene Klasse

    ab 15 Monaten

Championatsklasse

    Hunde mit einem Championat

Ehrenklasse

    Hunde mit nationalem und internationalem Championat

Weltklasse

    Hunde mit Ehrenchampionaten

Die Hunde müssen eine aktuelle Tollwut-Schutzimpfung haben!

Auf dem Ausstellungsgelände herrscht Leinenzwang!

Columbo war am 11. April 2010 und am 18. April 2010 mit bei den Ausstellungen, als Mitläufer.

Einmal ist das Schloss vom Halsband kaputt gegangen und einmal hat er sich aus dem Geschirr gewunden. Jedenfalls hat er beide Ausstellungen unsicher gemacht. In Leipzig hat ihn dann einfach jemand an der Hintertür aus der Halle geworfen.

Er fand das toll, hat alle Menschen und Hunde begrüßt und hat sich so blendend amüsiert. Zum Glück ist er ein sehr friedlicher und lieber Teddybär, daher gab es keine bösen Geschichten; er ist nur allen lästig gefallen

Wenn man dann auf dem Ausstellungsgelände angekommen ist, kommt das große Warten. Bei einigen Ausstellungen kann man fragen, wann man ungefähr dran ist und kann noch ein wenig spazieren gehen. Bei den anderen Ausstellungen muss man sich in der Nähe des Ringes aufhalten.

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Die Ausstellungen finden meistens im Freien statt. Man sollte daher immer einen Klappstuhl und eine Decke für den Hund dabei haben. Bei den meisten Ausstellungen gibt es aber eine Würstchenbude oder eine richtige Gastronomie. Das steht auf den Einladungen drauf, ob man sich selbst versorgen muss oder ob es am Ort etwas gibt.

Da es keine Arbeitsprüfungen sind, gibt es nur wenig, was man beachten muss. Der Hund sollte niemanden beißen, er geht links und innen im Ring, im Ring gibt es keine Kekse und er sollte ordentlich stehen können. Bei der Bewegung soll der Hund locker neben dem Hundeführer hertraben. Er sollte nicht seinem HF in die Waden beißen, springen oder auch sich aus dem Halsband winden und weglaufen. Vorgestellt wird der Hund mit Halsband und Leine. Verboten sind Zwangsmittel wie Stachelhalsbänder und ähnliches.

Auf alle Fälle sollte man die Urkunden der bereits verliehenen Titel mitnehmen, manche Richter möchten die sehen, andere wieder nicht. Also sollte man im Ring fragen, was er sehen möchte.

Die Urkunden der Championate sind jedenfalls immer wichtig, vor allem, wenn es um das Ehren-Championat geht, da dafür das internationale und nationale Championat die Voraussetzng sind. Das heißt die Championatsurkunden sollten immer griffbereit sein.

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Der Richter beurteilt zunächst das Fell, Augen, Ohren, Haut und die Proportionen beim Hund. Es wird alles auf Rasse-Standard geprüft. 

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Dann kommt Bewegung in die Angelegenheit. Es wird gelaufen. Erst im schnellen Schritt, danach im Trab. Hier kann der Richter den Gang beurteilen. Am Schluss muss der Hund eine Weile stehen. Der Richter füllt den Bericht aus, schaut noch einmal von weitem auf den Hund und gibt dann alle Unterlagen dem HF.

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Mit Händedruck für ein V1. Bei vielen Vereinen müssen die Unterlagen noch fertig Beschriftet werden mit dem Namen und Geburtstag des Hundes. Man erhält dann die Urkunde, einen Richterbericht und eine Anwartschaftskarte. Um ein Championat zu erhalten muss man Anwartschaftskarten sammeln. Auf der Anwartschaftskarte wird vermerkt für welches Championat die Karte ausgegeben wird. Bei den meisten Championaten müssen drei Karten gesammelt werden, bei verschiedenen Vereinen muss zwischen der ersten und der dritten Karte ein Jahr liegen. Hat man für ein Championat die drei Karten, kann man sie beim Verein einreichen.

Mit einem V1 oder SG1 hat man am Ende der Veranstaltung eine Chance auf einen Platz beim “Best of Show”. Da wird der Tages-Sieger gewählt.

Amigo geht seit Anfang 2007 erfolgreich zu Ausstellungen. Er hat schon jede Menge Titel, schöne Pokale und Championate verliehen bekommen.

Amigo hat nicht immer die Best-Note erhalten, dann hat er sie aber auch nicht verdient. Er ist oftmals nicht bei der Sache und wenn er sich präsentieren soll, sind die Wuffel, die am Ring warten, teilweise sehr viel interessanter. Manchmal läuft er nicht optimal oder er macht andere Späße.

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Wichtig ist für uns der Spaß. Und das sollte jeder Aussteller bedenken: Die Hunde sind Lebewesen und nicht immer gleich gut in Form oder auf Knopfdruck gut gelaunt.

Ein ganz allgemeines Wort zu Hunde-Vereinen.

Es gibt VDH-Vereine und Dissidenz-Vereine. Die VDH-Vereine dulden keine anderen Vereine und sind auch in der Mitglieder Betreuung etwas merkwürdig.

Ich musste z.B. einen Kurs abbrechen auf Anraten der Trainerin, da Columbo erkrankt war (Leishmaniose). Ich wurde anschließend zu keinem anderen Kurs zugelassen, da ich angeblich den Kurs abgebrochen hatte, ohne Bescheid zu sagen und bin zu einer privaten Hundeschule gegangen.

Aufgrund eines Gerüchts wurde ich aus der Mitgliederliste des Vereins “entfernt”. Da wurde nicht nachgefragt. Das Gerücht entsprach nicht der Wahrheit. Mir wurde von dem Vorsitzenden geschrieben, dass der Deutsche Retriever Club kein VDH Verein sei und deshalb flog ich aus dem Verein.

Dissidenz-Vereine sind da tolerant. Egal welche Papiere der Hund hat oder welchem Verein man angehört, man darf jede Ausstellung besuchen. Papiere und Anwartschaftskarten werden anerkannt. Die Mitglieder-Betreuung ist sehr gut.

Die Zuchordnungen sind in den Dissidenz-Vereinen oft sehr viel strenger als in den VDH-Vereinen. Für die Zuchtzulassung werden umfangreiche medizinische Untersuchungen verlangt.

Die Mitgliedschaft in einem Hunde-Verein lohnt sich, wenn man züchten will. Ansonsten braucht man eigentlich keinen Hunde-Verein. 

Samtpfoten

 

 

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Ih-Mehl

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HP überarbeitet:

Juni 2017