Geschichten
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Hier möchte ich einige lustige Geschichten von Alex einstellen. Durch die Bipolare Störung, der nicht vorhandenen Selbstwahrnehmung und der Psychosen gibt es immer mal Lustiges und nicht so lustiges. Durch die nicht vorhandene Selbstwahrnehmung wird oftmals nicht “ich” benutzt, sondern der “Alex”. Damit können viele nichts anfangen, aber so ist es nun mal bei Leuten mit Dachschaden.

Zum Glück können die zuständigen Pfleger vom Pflegedienst das akzeptieren (solange sie bei mir sind), wenn ich in der dritten Person schreibe und spreche. Die grinsen eben, wenn sie draußen auf dem Weg zum Auto sind. Ich sorge für Heiterkeit und habe damit kein Problem.

Naja, in meiner Gegend nimmt mich keiner für voll und von daher ist es mir egal, was die Leute in meiner Umgebung denken. Der wichtige Satz für die Leute: Bipolare sind eine Zumutung für ihre Umgebung. Das ist nun mal so.

Zurück in das Welpenalter

Es ist einfach zum Brüllen.

Man rechnet damit, dass ein Welpe unter einem Jahr Toipap zerfetzt, Möbel anknabbert und anderen Unfug treibt. Uri war der langweiligste Welpe, den ich je hatte. Er war einfach nur brav und langweilig.

Aber seit ungefähr 4 Wochen holt er seine Welpen-Zeit nach. Seine Mülltrennung ist: Essbar - zerfetzbar -  unbrauchbar. Wenn ich nicht alles hochstelle, was er zerfetzen könnte, dann kann ich mich gleich davon verabschieden.

Lustig, da Columbo die gleiche Eigenart hatte. Columbo hatte die gleiche Fellfarbe wie Uri. In vieler Hinsicht denke ich immer: Wie Columbo. Da muss doch die Fellfarbe einen Einfluss auf das Verhalten haben. Der schwarze King war völlig anders.

Die moderne U-Bahn

Ich musste mal drei Stationen mit der U-Bahn fahren. Das habe ich mir zugetraut. Ich mnuss dazu sagen, dass ich 1981 das letzte Mal eine U-Bahn genutzt hatte. Dieser Sarg auf Schienen ist nicht so mein Fall.

Also auf den Bahnsteig und nun einen Fahrschein ziehen. Äh. Wie komme ich an einen Fahrschein? Da stand so eine Art Spielekonsole, aber es wurden keine Fahrscheine angeboten, nur nette Fotos und viel Werbung. Ich schaute mir das Teil von allen Seiten an. Dann kam ein netter Mensch.”Du musst auf den Bildschirm tippen, dann kommen die Fahrscheine”. Aha. also ich tippe, aber welchen Fahrschein brauche ich? Den Hübschesten, den Buntesten, den billigsten? Auch hier half mir der Typ weiter. “Wohin willst du?” “Zur Schloßstraße” “Ah, dann nimm die Kurzstrecke”, also auf Kurzstrecke tippen. Toll, ich tippe also. Es krachte im Automaten. Nun wie bezahlen? “Wenn du eine EC-Karte hast, dann stopfe sie da oben in den Karten-Schlitz. Ich stopfte, PIN noch ein geben und der Automat arbeitete geräuschvoll. Nun nahm der nette Kerl den Fahrschein, stopfte den in so einen roten Apparat und zack war der Stempel drauf. Dieser Helfer in der Not war sogar so nett und hat mich dann noch in den richtigen Zug gesetzt.

Aber am Ziel angekommen .... Wie komme ich aus dem Ding wieder raus. Keine Handgriffe! Ich bin also eine Station weiter gefahren, das ist die Endstation, da gehen die Türen automatisch auf. Wie ich so herumgetasetet habe, wo ich nun raus komme, haben schon einige gegrinst. Wie gut, dass die Endstation nicht wo weit war.

Auf dem Rückweg hatte ich am U-Bahnhof Schloßstraße den Bahnsteig nicht gefunden. Ungefähr eine halbe Stunde bin ich herumgeirrt. So ein Blödsinn, den nächsten Ausgang genommen, Navi vom Smartphone gestartet und ich bin nach Hause gelaufen. Ohne Navi hätte ich das wieder nicht gefunden. Das war ein Glück, dass ich mal nicht mein Smartphone vergessen hatte, so bin ich gut nach Hause gekommen und war irgendwie völlig fertig.

Ich laufe viel ... die U-Bahn wird bei mir nicht reich.

Eins habe ich aber festgestellt: Lasst den Alex nicht alleine auf die Straße, das geht schief, egal wie kurz die Entfernung ist.

Ich kann durchdrehen

Eine nette Geschichte gibt es noch vom Juli 2018, also kurz bevor der Pflegedienst für mich zuständig war.

Meine Nachbarin hat mich derart angepöbelt, dass bei mir die Psychose zugeschlagen hat. Ich bin auf der Hauptstraße in den Tunnel gelaufen. Zwei Autofahrer haben den Tunnel blockiert, damit ich nicht über den Haufen gefahren werde.

Polizei und Feuerwehr wurden gerufen. Der Polizist wollte mich anfassen und das geht gar nicht. Mich darf kein Mensch anpacken (damals, heute dürfen mich zwei Pfleger vom Pflegedienst anfassen). Ich habe dem Polizisten eine geknallt. Also erstes Delikt: gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, zweites Delikt: Körperverletzung. Nachdem mich Feuerwehr-Leute in den Rettungswagen verfrachtet hatten, habe ich dort randaliert. Drittes Delikt: Sachbeschädigung.

Ich kam in Bonnys Ranch (in Berlin: Nervenklinik für Banditen und andere Eingewiesene).

Dort wurde ich gefesselt auf eine Pritsche gelegt. Der Untersuchungsrichter (Wir kannten uns) war gnädig. Nach 24 Stunden durfte ich nach Hause und bekam 5 Jahre Bewährung, also bis August 2023.

Ich habe aber für die Reise jetzt im April/Mai 2022 die Erlaubnis vom Untersuchungsrichter bekommen. Attest vom Arzt und das Versprechen, dass ich meine Tabletten weiterhin regelmäßig nehme. Mein Begleiter wird dafür sorgen mit den Tabletten.

Den Rest der Bewährung werde ich schaffen, denn das letzte Mal im April 2022 bin ich zu Hause geplatzt. Das haben nur die Leute im Haus mitbekommen, aber keiner hat irgendwelche Behörden mobilisiert. Immerhin habe ich mit verschiedenen Gegenständen geworfen. Dadurch habe ich meine Bewährungszeit bis jetzt gut überstanden und werde die restlichen paar Monate auch noch schaffen.

Ach ja, der Alex passt immer auf, dass keine Lebewesen getroffen werden. Wenn der wirft, dann immer so, dass keiner verletzt wird.

Nur mit Hund auf die Straße

Das mich keiner für voll nimmt in meiner Gegend liegt auch daran, dass ich mich oft verlaufe. Vom Spätkauf nach Hause sind es enorme 150 Meter, aber ich schaffe es oft die falsche Straße zu erwischen und stehe dauernd auf einer Wiese herum. Dann bekomme ich einen Lachkrampf und kann mich kaum wieder einkriegen. Die Leute, die sowas mitbekommen halten mich sowieso für bekloppt (Kotelettartig von beiden Seiten bekloppt). Und damit haben sie nicht Unrecht.

Anfangs habe ich Passanten nach dem Weg nach Hause gefragt. Meine Frage: Wie komme ich nach Hause. Natürlich ohne Angabe meiner Adresse. Grinsen, Kopfschütteln und dann sind sie weitergegangen. Jetzt habe ich ein Smartphone, das mich sicher nach Hause führt. Das Navi macht es möglich.

Aber ich kann noch so einigermaßen mein Leben regeln und darf deshalb noch in meiner Bude bleiben. Es ist ein Alptraum für mich, wenn ich in irgendeine Einrichtung müsste. Mit meiner sozialen Phobie bin ich alleine gut aufgehoben, solange wie möglich.

Auto korrekt beladen

Wie bekommt man 8 GIs in einen VW Käfer? Es war noch zu Mauerzeiten, als ich regelmäßig in einer Disco am TCA (Tempelhof Central Airport) war. Die Disco war auf dem Kasernen-Gelände der Amerikaner. Viele von ihnen mussten nach der Disco zu den McNair Barracks in Lichterfelde. Das lag fast auf meinem Weg nach Hause. Also habe ich ein paar der Jungs bei mir ins Auto geladen: Drei hinten und einer vorne und jeder hatte noch einen Kameraden auf dem Schoß. Gerade vorne war es lustig. Derjenige, der auf dem Schoß saß musste schalten, da ich den Schalthebel nicht mehr erreichen konnte. Das hat wunderbar funktioniert. Und die West-Berliner Polizei ist vorbei gefahren, hat die GIs gesehen und hat uns fahren lassen, obwohl diese Bestückung eines Käfers in den 70er Jahren nicht erlaubt war. Manchmal haben die Polizisten mir einen Vogel gezeigt, aber das hatten sie umsonst.

Selbständiges Spielzeug

Ich kann mich erinnern, dass mein Vater mal sehr spät aus der Schule kam, wegen einer Konferenz. Ich hatte an dem Tag einen Plastik-Frosch bekommen. Den hat man auf den Tisch geklebt und irgendwann ist er gesprungen. Bei der Vorführung für meinen Vater ist der Frosch ordnungsgemäß gesprungen ... in seine Suppe.

Der Gesichtsausdruck meines Vaters ... unbezahlbar.

Mitbewohner